Things we read in the Curriculum that we loved

Utile dulci

Ab dem 03.04. ist es wieder so weit und Berliner Studierende müssen sich für die Module im Sommersemester 2018 anmelden. Für die meisten von uns heißt das ein stressigen Nachmittag, an dem man sich mit einem selbstgezeichneten Stundenplan hinsetzt, beginnt die Vorlesungsverzeichnisse zu durchforschen und Zeitpläne zu vergleichen.

Die wirkliche Arbeit liegt aber darin, sich sämtliche Modulbeschreibungen durchzulesen und zu erraten, was vielleicht interessant wäre. Und da Studierende Berliner Universitäten nicht nur an ihrem Heimat-Institut, sondern auch allen anderen Berliner Hochschulen Kurse belegen können, ist es nicht unmöglich, den Überblick zu verlieren.

Um den allgemeinen Stress zu lindern, sind wir die größten Vorlesungsverzeichnisse durchgegangen, um euch unsere Filet-Stück-Kandidaten zu präsentieren.

UDK

VIBRANT MATTER

Maria Morata Marco      Fr. 10-18h

https://www.vdl.udk-berlin.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=27922&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

„Ein Dialog zwischen weiblicher Körperpolitik in der zeitgenössischen Technologiekultur und der traditionellen feministischen Kritik der Körperrepräsentation im Zeitalter des posthumanistischen und nicht-anthropozentrischen Denkens wird eröffnet.“

Dieser Satz mag zwar zuerst etwas erschlagend wirken, aber im Grunde genommen widmet er sich einem riesigen Problem im Kunstbereich, dass Frauen zwar seit langem Gegenstand, selten aber Produzenten von Kunstwerken sind. Womit sich also die Guerrilla Girls (https://www.guerrillagirls.com/) schon seit den 80ern beschäftigen, kann jetzt auch von Studierenden akademisch nachverfolg und nachempfunden werden, wobei die Fragen des Seminars sich auch konkret auf weibliche Körperlichkeit  in der zeitgenössischen Technologiekultur richten.

 

City of Women: Film, Architecture and Modernity

Prof. Dr. Nathalie Bredella    Fr. 14.30-17h

https://www.vdl.udk-berlin.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=28157&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

„Wen und was sieht die Kamera, und wie verändern sich die Dinge, die sie anschaut?“. Dieser Frage widmet sich das Seminar, in Bezug auf den modernen mobilisierten Blick auf Stadtraum und Architektur durch die weibliche Flaneuse. Da sich im Kunstgeschichte-Studium bekanntlich doch die ein oder andere Studentin findet, wir uns alle durch die Stadt bewegen und Handykameras dabei haben, verspricht das Seminar eine Auseinandersetzung mit der eigenen (Architektur-) Betrachtung und Beziehung zur Stadt.

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Foto: (CC-0) COD Hörsaal/Pixabay.com

TU

Close your eyes and see. Blindheit als Motiv und Diskurs in der Gegenwartskunst

Dr. Astrid Hackel       Mi. 10-12h

http://www.lsf.tu-berlin.de/qisserver/servlet/de.his.servlet.RequestDispatcherServlet?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=206192&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Nicht ein Thema, das man vermutet an einem Kunsthistorischen Institut anzutreffen, und dennoch eine immens interessante Perspektive auf Menschen, die im kunstwissenschaftlichen Diskurs wenig (sowohl als Betrachter als auch als Produzenten) wahrgenommen werden.

 

Begegnungen mit dem Fremden. Die Avantgarden und außereuropäische Kulturen

Dr. Andrea Meyer                   Do. 12-14h

http://www.lsf.tu-berlin.de/qisserver/servlet/de.his.servlet.RequestDispatcherServlet?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=211040&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

„In dem Bestreben, sich frei von tradierten Ausdrucksweisen und Werten zu machen, ließen sich KünstlerInnen wie Picasso, Matisse, Nolde, Höch u.v.m. von der „Einfachheit“ und Ausdrucksstärke „fremder“ Kulturgüter ebenso wie von der „Naturverbundenheit“ ihrer Produzenten begeistern. Aus den, mitunter verleugneten, Dialogen mit Masken, Figuren oder Textilien aus Afrika, Asien und Ozeanien bezogen sie Anregungen für ihre (Anti-) Kunst, was sich sowohl in der Formensprache als auch in der Motiv- und Materialwahl manifestierte.“

Diese Tatsache wird, meiner Erfahrung nach, oft als Fußnote der europäischen Avantgarde genannt, und zwar problematisch anerkannt, aber selten thematisiert. Das hier die, bei Studierenden beliebt und als positiv hochgehaltenen, avantgardistischen Bewegungen auf ihre problematischen Prozesse und deren Nachwirken hin Untersucht werden, ist allein deswegen interessant, weil es so selten geschieht.

 

Einführung in die Wissenschaftstheorie

Gelfert, Axel, Prof. Dr.                   Di. 14-16h

http://www.lsf.tu-berlin.de/qisserver/servlet/de.his.servlet.RequestDispatcherServlet?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=205732&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Für alle Studierenden, die drohen unter dem Bedeutungsverlust des voranschreitenden Studiums zu erlahmen, lohnt sich der Besuch bei Veranstaltungen zur Wissenschaftstheorie. Hier geht es zwar meistens um naturwissenschaftliche Beispiele, aber ein besseres Verständnis von Struktur und Methoden tut eigentlich nie weh und beantwortet ja vielleicht die Frage „Was machen wir hier alle eigentlich?“

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Foto: (CC-0) COD Humboldt Berlin/Pixabay.com

HU

Das Designobjekt in der Zeit des Staatlichen Bauhauses: Zur Kulturtheorie eines modernen Entwurfsparadigmas

Tiago da Costa e Silva        Do. 14-16h   

https://agnes.hu-berlin.de/lupo/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=142160&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Wieder eine Veranstaltung die neues Licht auf beliebte studentische Themen wirft. Es macht den Kurs zusätzlich interessant, dass er am interdisziplinären Helmoltz-Zentrum für Kulturtechnik stattfindet. Von der Interdisziplinarität wird zwar im akademischen Bereich viel gesprochen, aber von studentischer Seite oft wenig gemerkt. Kurse am Helmholz Zentrum bieten die Möglichkeit, sich der Thematik direkt zu nähern und so ein vollständigeres Verständnis des eigenen Forschungsgegenstandes zu erlangen. „Konkret geht es um die Untersuchung des ›Designobjekts‹ als Katalysator des ausgeprägten und charakteristischen Paradigmas, das am Bauhaus wirksam war: das Paradigma der Idee-Synthese.“

 

Tierdarstellungen im Mittelalter und in der Renaissance

Prof. Dr. Katrin Müller      Mo. 16-18h

https://agnes.hu-berlin.de/lupo/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung&veranstaltung.veranstid=141057

Professor Müller ist ebenfalls ein relativ neuer Zuwachs an den Berliner Universitäten. Sie hält seit dem Wintersemester die Professur für Bildkulturen des Mittelalters an der Humboldt Universität. Obwohl das Mittelalter-Modul unter der Studentenschaft etwas verschrien ist, kommen von diesen Lehrstühlen oft wahnsinnig interessante Fragestellungen. Zudem kann der Besuch einer guten Vorlesung einem manchmal auch den anstrengendsten Tag retten.

 

Digitale Bildkulturen

Dr. Margarete Pratschke     Do. 16-18h

https://agnes.hu-berlin.de/lupo/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&publishid=141060&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung

Wir wissen es alle, das Digitale Zeitalter ist hier. Wie man aber mit der Digitalität und ihren Bilder umzugehen hat und was sie mit dem Betrachter macht, wird in kunsthistorischen Kreisen wenig in Betracht genommen. Diesem, eigentlich sehr Studierenden affinen Thema widmet sich Professor Pratschke mit ihrer Vorlesung, und in einem Seminar, welche ebenfalls die zeitlichen Qualitäten hat, den akademischen Tag abzurunden.

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Philologische Bibliothek der FU Berlin. Foto: (CC BY NC-ND 2.0) COD FU Berlin/ flickr.com

FU

Media Art: History, Theory, Politics

Eric de Bruyn          Mi. 16-18h

http://www.fu-berlin.de/vv/de/lv/439764?m=175386&pc=74969&sm=383825

Eric de Bruyn ist der neue Mann aus den Niederlanden, der ab dem Sommersemester 2018 den lang leerstehenden Arbeitsbereich für Neueste Kunstgeschichte der Freien Universität übernimmt. Neben anderen wissenschaftlichen Positionen, letzte an der Universität Leiden, hat er ebenfalls als Regisseur gearbeitet und  Ausstellungen zur Medien- und Video-Kunst kuratiert. Neben dem Neuheitsfaktor lockt also auch die Aussicht auf neue Perspektiven durch praktische Erfahrung ins Seminar.

 

Kunstkritik. Geschichte – Theorie – Praxis

Prof. Dr. Peter Geimer   Do. 12-14h

http://www.fu-berlin.de/vv/de/lv/438293?m=175386&pc=74969&sm=383825

Die Veranstaltungen von Peter Geimer geben grundsätzlich tiefblickende Auseinandersetzungen mit  Phänomenen der Kunstgeschichte und ihrem Umkreis. Die Thematik der Kunstkritik sollte sich hierzu besonders gut eignen, liegt sie doch vielen Studierenden am Herzen, aber selten im Studium gefragt. Der wissenschaftliche Umgang mit der Kunstkritik verspricht daher auch ein besseres Verständnis der eigenen Positionen und der Entwicklung der Kritik in der Kunst allgemein.

die Redaktion von kunst b

 

Titelbild: (bearbeitet) Max Beckmann, Großes Stillleben mit Kerzen und Spiegel, 1930, Öl auf Leinwand, Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle.

Quelle: (CC BY NC-SA 2.0) COD Max Beckmann Still life with candles / flickr.com

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