Praktikum: gesucht, gefunden

„Kunstgeschichte? Und was willst du damit machen?“ Hände hoch, wer angesichts dieser Frage nicht schon einmal genervt mit den Augen gerollt hat. Denn die Antwort ist: vieles! Entgegen der weit verbreiteten Meinung, Kunsthistoriker könnten nur im Museum und in der Denkmalpflege arbeiten, sind wir an kein festes Arbeitsfeld gebunden. Von einer akademischen Laufbahn, über Stiftungs- und Vermittlungsarbeit, dem Kunstmarkt bis hin zum Verlagswesen, Journalismus, Beratertätigkeiten sowie Management und Öffentlichkeitsarbeit sind uns kaum Grenzen gesetzt. Die vielfältigen Möglichkeiten machen es aber auch notwendig, sich schon früh auszuprobieren. Am besten klappt das immer noch über Praktika und genau deshalb gehören sie mittlerweile an vielen Universitäten zu den Pflichtmodulen. Spätestens dann beginnt man das Internet tagelang nach Ausschreibungen zu durchforsten und gerade als KunstgeschichtestudentIn ist es nicht immer leicht etwas Passendes zu finden. Um euch die Suche zu erleichtern, haben wir zum Semesterstart die wichtigsten fachbezogenen Stellenportale zusammengetragen.

 

Bunt gemischt

Das fachlich breiteste Angebot findet sich auf dem Stellenportal des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker – für viele Suchende die erste Anlaufstelle. Der Berufsverband vertritt seit 1948 die Interessen der in deutschen Institutionen tätigen Kunsthistoriker und die angebotenen Berufsfelder sind dementsprechend vielfältig. Die Ausschreibungen lassen sich nach Örtlichkeiten und den Kategorien Praktika, WerkstudentIn oder Aushilfe filtern.

Auch in der Praktikumsbörse des Kultur Management Network findet ihr breitgefächerte Ausschreibungen – nicht nur für Praktika, sondern auch für WerkstudentInnen und Aushilfsstellen. Ihr könnt nach Kultursparten filtern, wie etwa „Museum & Kunst“. Klickt dafür links auf die gewünschte Sparte und dann erneut auf „Praktikumsbörse“.

Zu erwähnen ist auch das Informationsportal und Onlinemagazin Portal Kunstgeschichte, dessen Angebot jedoch kostenpflichtig ist (4 €/ ein Monat, bzw. 25 €/ Jahr). Die dort angebotenen Praktika finden sich häufig auf anderen Seiten wieder.

 

Kunstmarkt: Galerien, Projekträume, u.v.m.

Ein weiterer Klassiker bei der Praktikumssuche ist das Stellenportal des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Händler (BVDG). Wer sich für Kunsthandel interessiert, ist hier richtig, denn der Verband ist ein Zusammenschluss von Galerien und Kunsthändlern, die vorwiegend mit Kunst vom 19. bis 21. Jahrhundert handeln. Neben Galerien, Projekträumen, Künstlerstudios und Auktionshäusern schleichen sich aber auch Angebote aus dem Medien- und Pressebereich ein – ein Besuch lohnt sich allemal.

 

Museen und Vereine

Der Großteil der Berliner Museen schreibt keine Praktikumsstellen aus, sondern nimmt Initiativbewerbungen an. Meist werden Plätze nur noch vergeben, wenn das Praktikum in der Prüfungsordnung vorgesehen ist – so etwa bei allen Staatlichen Museen zu Berlin Es lohnt sich daher, direkt bei den jeweiligen Institutionen anzufragen – einen Überblick der Berliner Museen für bildende Künste findet ihr hier. Wegen des großen Andrangs auf wenige Stellen können die Wartezeiten mitunter etwas länger sein, doch wenn man zeitig plant, sollte einem Museumspraktikum nichts im Weg stehen.

Wer hingegen auf der Suche nach einer WerkstudentInnenstelle ist, sollte regelmäßig einen Blick in das Stellenportal der Stiftung Preußischer Kulturbesitz werfen oder es mit etwas Glück und Geduld bei den Anzeigen des Landesverbandes der Museen zu Berlin versuchen. Auch hier empfiehlt es sich, zusätzlich die Websites der jeweiligen Museen zu besuchen.

Ganz der zeitgenössischen Kunst widmen sich Vereine. Wen es in diese Richtung zieht sollte auf dem Stellenportal der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) vorbeischauen. Der Dachverband vereint alle nichtkommerziellen deutschen Kunstvereine, die deutschlandweit Praktika anbieten und regelmäßig finden sich dort auch Ausschreibungen aus Berlin.

 

Uni-Stellenticker

Viele Unternehmen wenden sich mit ihren Angeboten direkt an die Universitäten, die diese dann an die StudentInnen weiterleiten. Wir brauchen dann nur noch die Mails zu lesen – ziemlich praktisch! Dennoch lohnt es sich, auch in regelmäßigen Abständen die Aushänge an den schwarzen Brettern zu lesen.

An der Freien Universität erreichen die Stellenausschreibungen StudentInnen direkt über den internen Verteiler des Kunsthistorischen Instituts, in den man als Immatrikulierte/r automatisch aufgenommen wird.

An der Humboldt Universität werden die eingegangenen Angebote monatlich gebündelt an alle jene Studierende geschickt, die im Moodle-Kurs „Allgemeines Nachrichtenforum für alle Studierenden der Kunstgeschichte“ eingeschrieben sind. Die Praktikumsbörse der Geisteswissenschaftlichen Fakultät (Sprungbrett) verfügt zudem über Kontakte zu zahlreichen Institutionen und Unternehmen, die dauerhaft Praktika anbieten. Sie sind in einer regelmäßig aktualisierten Liste einzusehen, doch über konkrete Verfügbarkeit und Anforderungen könnt ihr euch nur in der Sprechstunde bei Sprungbrett informieren.

Die SHK-Stellen an den jeweiligen Instituten werden auf den Stellenanzeigern der Universitäten offiziell ausgeschrieben. Derjenige der FU findet sich hier, der der HU hingegen hier.

 

Ein Blick über den Tellerrand

Hier abschließend noch einige Stellenportale, die Praktika und Werkstudentenstellen in den verschiedensten Kulturbereichen anbieten.

Die Seite Kulturjobs bietet genau das an, was der Name verspricht. Oft finden sich hier auch Praktikumsausschreibungen. Es ist möglich, die Angebote nach Orten zu filtern.

Wer hingegen Erfahrungen in der Kulturförderung und Projektveranstaltung sammeln möchte, sollte die Ausschreibungen der Kulturprojekte Berlin im Blick haben. Die Lange Nacht der Museen und die Berlin Art Week sind nur zwei Beispiele, der von ihnen entwickelten und koordinierten Großevents.

Von den Kulturprojekten Berlin und dem Berliner Beratungszentrum für Kulturförderung und Kreativwirtschaft gefördert wird Creative City Berlin, eine Plattform für Künstler, Kulturschaffende und die Kreativwirtschaft der Hauptstadt. Die Praktikumsbörse bietet ein vielfältiges Angebot – viel in Richtung Medien, Marketing und Grafik Design –, das nach Sparten gefiltert werden kann.

Zu guter Letzt, falls eure Trauminstitution oder euer Wunschunternehmen gerade kein Praktikum ausgeschrieben hat, informiert euch einfach trotzdem, ob Initiativbewerbungen angenommen werden. Das funktioniert gerade bei privaten Einrichtungen erstaunlich oft und ist eine gute Möglichkeit genau dort zu landen, wo man gerne hinmöchte.

die Redaktion von kunst b

Für die Richtigkeit der Angaben bei den Stellenanzeigen übernehmen wir keine Gewähr.

Quelle Titelbild: Pexels.com

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