Klein, aber oho! Unsere Ausstellungsempfehlungen im Februar

Zum 500 Todestag von Leonardo da Vinci veranstaltet der Louvre die umfassendste Da-Vinci-Show, das Frankfurter Städel eröffnet zeitgleich mit seiner Van-Gogh-Ausstellung „die bis dato größte und aufwendigste Präsentation in seiner Geschichte“ und die Bauhaus Institutionen in Berlin, Dessau und Weimar eröffnen das 100. Jubiläumsjahr mit drei Großausstellungen „mit bislang nie gezeigten Sammlungsschätzen“.

Wir schließen uns dem Superlativismus an und präsentieren euch jeden Monat frisch und unverbraucht die besten Geheimtipps in der Kunst- und Kulturlandschaft, die man beim Wettbuhlen der großen Museen glatt übersehen könnte. Ganz nach dem Motto: klein, aber oho!


Philibert und Fifi
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
23. November 2018 – 28. April 2019 | Dienstag – Sonntag | 10 – 18 Uhr | Eintritt frei

In Karikaturen und Zeichnungen setzte sich der französische Zwangsarbeiter Philibert Charrin (1920–2007) mit dem Nationalsozialismus auseinander. Ein Teil der Zeichnungen stellt deren Alltag und Lebensumstände dar. Viele Karikaturen sind geschickt verschlüsselt und verhöhnen die angeblichen „Herrenmenschen“ oder verweisen auf Widerstand durch die Zwangsarbeiter. Trotz der harten Lebensbedingungen besaß Charrin die Muße, jene Zeit in seinen Zeichnungen festzuhalten.


Reklamekunst statt Kunstgewerbe?
Werkbundarchiv – Museum der Dinge
23. November 2018 – 11. März 2019 | Donnerstag – Montag | 12 – 19 Uhr  | Eintritt: 6 € / 4 €

Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums zeigt das Museum der Dinge dieses Jahr vier aufeinander folgende Sonderausstellungen unter dem Titel „111/99. Fragen zur Gestaltungssprache der Moderne.“
In der ersten Ausstellung werden Objekte und Reklame, die kulturelle und die wirtschaftliche Dimension des Deutschen Werkbundes, gegenübergestellt. Ausgestellt werden u.a. kommerzielle Grafiken aus einer Sammlung des ehemaligen Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe.


Remottis Welten
Istituto Italiano di Cultura di Berlino
15. Januar – 22. März 2019 | Mo/Di/Fr | 10 – 14 Uhr | Mi/Do | 10-16 Uhr | Eintritt frei

Von Januar bis März 2019 widmet das Istituo Italiano di Cultura dem italienischen Künstler Remo Remotti (1924-2015) eine Ausstellung, die sein prägendes jedoch wenig bekanntes Werk beleuchtet. Balancierend auf der Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion entzieht sich seine Kunst oftmals einer klaren Kategorisierung. Thema der Ausstellung ist ebenfalls Remottis Verbindung zu Deutschland, insbesondere zu Berlin.


Bau1haus – Die Moderne in der Welt
Willy-Brandt-Haus
16. Januar – 14. März 2019 | Dienstag – Sonntag | 12 – 18 Uhr | Eintritt frei

Blick in die Ausstellung Bau1Haus – Die Moderne in der Welt
Foto: Caroline Warth

Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus in einer Ausstellung die Spuren der architektonischen Moderne weltweit. Für die Ausstellung war der Berliner Fotograf Jean Molitor ist seit 2009 in der ganzen Welt unterwegs, um die Erben des Bauhauses aufzuspüren.


Unboxed: Transgender im Schwulen Museum?
Schwules Museum
18. Januar – 1. März 2019 | Montag – Sonntag | 14 – 18 Uhr | Eintritt 7,50 € / 4,00 €

Neben den Sammlungsbeständen zur cis schwulen, lesbischen und queeren Geschichte finden besitzt das Schwule Museum unter „Transsexualität“, „Transgender“, „Transvestitismus“, „Trans“, „Transi“ oder „Travestie” erfasste Archivalien, die viele Fragen aufwerfen. Die Ausstellung „Unboxed“ lädt das Publikum dazu ein, sich in die Erfassung der Archivalien mit Trans-Bezug einzubringen.


Römer + Römer | Burning Man – Electric Sky
Haus am Lützowplatz
18. Januar – 10. März 2019 | Dienstag – Sonntag | 11 – 18 Uhr | Eintritt frei

Nach ihrer Recherchereise zum Kunstfestival „Burning Man” im Jahr 2017 entstand eine neue Werkserie des in Berlin lebenden Künstlerpaars Römer + Römer. Die großformatigen Gemälde transportieren die besondere Stimmung der nachts durch unzählige künstliche Lichtquellen in eine Scheinwelt verwandelten Black Rock Desert im US-Bundesstaat Nevada.


Dominik Butzmann – Haltung
Janinebaengallery
19. Januar – 16. Februar 2019 | Di – Sa | 12.00 – 18.00 Uhr | Eintritt frei

„Was ist eine Haltung und was ist eine Pose?” fragt sich Dominik Butzmann, einer der bekanntesten Fotografen in der Politik, in seiner neuen Ausstellung. Butzmann lichtet nicht nur politische Akteure ab, sondern zeigt immer zugleich die Geschichte hinter dem Bild. Da ist zum Beispiel Emmanuel Macron, der für einen winzigen Moment für die Kamera da ist und diesen winzigen Moment dazu nutzt, im Spiegel des UV-Filters auf dem Objektiv seine Krawatte zu richten. „Mit der scheinbar unaufhaltsamen Gegenwart von Hass und Gewalt in einer nervösen Öffentlichkeit sind viele unserer Gewissheiten am Ende. Ich glaube, dass die professionellen Fotografen unserer Zeit eine Haltung einnehmen müssen. Niemand kann es sich noch leisten, unpolitisch zu sein” findet Butzmann, dessen Bilder noch bis Mitte Febrar in der janinebeangallery zu sehen sind.


Persisting Realities
Kunstraum Kreuzberg / Bethanien
Vernissage: Freitag, 25. Januar | 19 Uhr
26. Januar – 17. März 2019 | täglich | 11 – 20 Uhr | Eintritt frei

Persisting Realities präsentiert verschiedene sensorische, ästhetische und politische Interpretationen von und Reaktionen auf das CTM Festival-Thema Persistence. Prozesse der kontinuierlichen Forschung und des Experimentierens sind die zentralen Prinzipien der Künstler*innen dieser Ausstellung, die unterschiedliche Möglichkeiten vorschlagen, um sich mit ständig verändernden Realitäten auseinanderzusetzen. Zur Feier des 20-jährigen Bestehens kuratiert CTM eine Ausstellung, die fünf renommierte Kurator*innen zusammenbringt, die das Festival seit langem unterstützen: Martin Craciun, Natalia Fuchs, Nicole Gingras, Eric Mattson und Antje Weitzel. Szenografie von raumlaborberlin.


Beglückung der Welt. Avanti-Avanti-100 |
Jill Baroff, Joachim Grommek, Jan van der Ploeg
Mies van der Rohe Haus
Vernissage: 27. Januar 2019
27. Januar – 14. April 2019 | Eintritt frei

Der deutsche Künstler Joachim Grommek, sein niederländischer Kollege Jan van der Ploeg und die US-Künstlerin Jill Baroff setzten sich mit den radikalen Strömungen der Architektur der 1920er-Jahre wie dem Bauhaus, Konstruktivismus oder der de Stijl-Gruppe auseinander. Die Künstler*innen eint eine konzeptuelle und universelle Formensprache.


Weit Weit Hier. Bilderwelten geflüchteter Kinder 
Abschluss-Ausstellung des BMBF-geförderten Projekts im Programm Kultur macht stark
Harnack-Haus/Tagungsstätte der Max-Planck-Gesellschaft
28. Januar | 12 – 18 Uhr | Eintritt frei

Zu sehen sind Zeichnungen und Fotografien teilnehmender Kinder und Jugendliche aus Afghanistan, Irak, Jemen, Syrien.
Durch das Projekt als Begegnungsort für geflüchtete Kinder und Jugendliche, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen werden Fluchterfahrungen, Kunst und Wissenschaft verknüpft.


Titelbild: „Ausstellung Haltung” von Sascha Hilgers


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