10 von 77.671.494 Millionen – eine Blogempfehlung

77.671.494 Millionen Blogs hosten allein die großen Portale wie WordPress und Tumblr weltweit. Da kann man schnell den Überblick verlieren, dachten wir uns, und haben euch die zehn Perlen der Kunst- und Kulturblogs herausgesucht. Vom Insidertipp bis zum New Yorker Szene-Blog, von Berliner Ausstellungskritiken bis hin zur Streetart in Honduras.

von MAGDALENA LÖSCH

IDEENFREIHEIT
Das Enfant-Terrible der Kunstwissenschaft, Wolfgang Ullrich, stellt in seinem Blog interessante Fragen zur Debatte, die sich so manche*r Studierende nicht zu fragen traut. Dabei hinterfragt er im Besonderen die fließenden Grenzen zwischen Kunst, Konsum und Kommerz und die impliziten Hierarchien und Wertannahmen innerhalb des Fachs Kunstgeschichte und des Kunstmarktes selbst. Immer spannend, akademisch und trotzdem verständlich.

SOFRISCHSOGUT
Ein Blog über Popkultur, Internetphänomene & Kunst.
Hier ist der Name Programm: Die Medienwissenschaftlerin und Germanistin Annekathrin Kohout beschäftigt sich mit dem Phänomen digitaler Bildkulturen, besonders als Mittel feministischer Popkultur. Heraus kommen dabei interessante Beobachtungen, die von der Kulturlandschaft über den Kunstmarkt bis hin zu Instagram reichen.

BLITZKUNST
Annika von Taubes Blog versteht sich als Reaktion auf die Krise der deutschen Kunstkritik und bespricht unter anderem Kunstprojekte von Die Vielen, Architektur für Hunde, Konsumobjekte in Museumsshops und vieles mehr, immer mit einer gehörigen Portion Sarkasmus.

KUNSTBLOG MBG
Wer bei MBG an die Mittelständige Beteiligungsgesellschaft denkt, hat sich getäuscht: hinter diesem Blog stecken die Kiddies des Max-Born-Gymnasiums in Backnang. Storieboards, Zeichnungen, Fotografien, Bilder, Kollagen, Skulpturen, Architekturmodelle… Wer diesen Blog besucht, möchte gerne noch mal zur Schule gehen, denn hier sprudelts nur so vor Leichtigkeit, Ideen und Kreativität. Also liebe Schüler*innen des Max-Born-Gymnasiums: Thumps-up! Ihr macht nicht nur spannende Arbeiten, sondern auch einen coolen Blog, von dem sich so manche promovierte Kulturblogger*innen noch einiges abschauen können.

IN ARCADIA EGO
Was entsteht, wenn zwei Doktorandinnen der Rechts- und Kunstwissenschaft zusammen einen Blog gründen? Richtig, sehr viele interessante Beiträge. Alexandra Pfeffer und Eva Mazur fragen sich unter anderem: was kann die digitale Kunstvermittlung, wie funktionieren Wimmelbücher und warum sind Fragen der Geschlechterkonstruktionen der blinde Fleck der Bildwissenschaft? Und: sie lieben Charts – genauso wie wir. Wer zum Beispiel die Top neun der aufsehenerregendsten Kunstzerstörungs-Fälle wissen will, besuche den Blog.

VERNISSAGE TV
Seit September 2005 dokumentiert der Basler Videoblog VernissageTV Ausstellungen, Ausstellungseröffnungen und Atelierbesuche und führt Interviews mit den Protagonist*innen der Kunstszene. Wer die exklusive Vernissageeinladung verbummelt hat oder verhindert war, kann hier die Ausstellung visuell nacherleben.

FAKTOR KUNST
Der Blog wird betrieben von Autor*innen der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft und engagiert sich für die Förderung von Chancengleichheit durch künstlerische Ideen, Konzepte und Projekte im Alltag. Besprochen werden Kunstprojekte, die nicht in der schicken Museumsarchitektur ausgestellt werden, sondern immer den Dialog mit der Öffentlichkeit suchen und diese aktiv einbinden. Sei es die gemeinsame künstlerische Gestaltung eines psychiatrischen Klinikparks, oder ein Fotoprojekt, das Begegnungen zwischen Großfamilien schafft und dabei die Perspektive der Mütter in den Vordergrund stellt. Hier geht es immer um die Kunst als kreative Ressource der Gesellschaft, die Gemeinschaft bilden kann. Klug, spannend und inspirierend.

HYPERALLERGIC
Hier kommt ein hochkarätiges Schwergewicht unter den Kunstblogs: Hyperallergic ist ein Online-Magazin based in Brooklyn, das im Oktober 2009 vom Kunstkritiker Hrag Vartanian und seinem Ehemann Veken Gueyikian gegründet wurde. Dieser Kunstblog zählt wahrscheinlich zu den bedeutendsten weltweit und bespricht aktuelle Nachrichten, Ausstellungen und führt Interviews mit Kulturschaffenden über Themen der Kunst. Die Betreiber sind nicht nur positively hyperallergic gegenüber allen kulturellen Ereignissen der Szene, sondern verstehen sich auch als “forum for playful, serious, and radical perspectives on art and culture in the world today”.

WOOSTER COLLECTIVE
Der Blog Wooster Collective wurde 2001 von Sara und Marc Schiller gegründet und ist vermutlich die beste Quelle für diejenigen, die sich für Kunst im öffentlichen Raum interessieren. Gebloggt werden Bilder, Videos und Artikel über Streetart und öffentliche Kunstevents, die sich glücklicher Weise eben nicht nur in unserer Blase der westlichen Hemisphäre abspielen, sondern weltweit – vom Flüchtlingscamp in Jordanien bis hin nach  Tegucigalpa in Honduras.

JÖRG SCHELLER
Der Blogbetreiber lebt nach eigener Aussage „als Kunstwissenschaftler, Journalist und Musiker in diversen Schnellzügen“. Dabei macht er sich Gedanken über Kunstprojekte, schreibt Gedichte, schaut sich um in fremden Städten, verfasst akademische Essays und Stilkritiken und beobachtet, was er „von osteuropäischen Stechmücken über das Anthropozän, den Sozialkonstruktivismus und die Identitätspolitik lernte“. Ganz klar, hier geht es nicht immer um Kunst im engen Sinne, sondern um die Analyse dessen, was das Leben einem*r Kunstwissenschaftler*in vor die Füße legt.

Titelbild: Pejac, upside Up #1, 2016

Anm. d. Red.: wir freuen uns immer über Resonanz und konstruktive Kritik und haben daher am 31.01.2019 zwei Blogempfehlungen ausgetauscht.

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