Klein aber oho! Unsere Ausstellungsempfehlungen im August

Nach längerer Pause können wir endlich wieder mit neuen Ausstellungstipps aufwarten. Wie gewohnt handelt es sich bei unseren persönlichen Empfehlungen um Geheimtipps in der Kunst- und Kulturlandschaft, die man beim Wettbuhlen der großen Museen glatt übersehen könnte. Ganz nach dem ursprünglichen Motto: klein, aber oho! Nun aber auch unter freiem Himmel oder digital. 

Tamtam: Eleven Songs | Halle am Berghain
Am Wriezener Bahnhof
Klanginstallation | 15. Juli – 2. August 2020 | Mittwoch – Sonntag | 14 – 20 Uhr | 8 € / 5 €
Während die Pforten des Berghains aufgrund der aktuellen Situation geschlossen bleiben, haucht das Künstlerduo “tamtam” (Sam Auinger und Hannes Strobl) der Halle am Wriezener Bahnhof, die Teil des alten Fernheizwerks ist, neues Leben ein. Die Klanginstallation ist extra für die große Kesselhalle und den Schlackekeller der monumentalen Architektur konzipiert, belebt den kalten Beton und macht ihn zu einem einzigartigen Klangraum. 
Der Andrang ist groß und daher auch mit längeren Wartezeiten zu rechnen. 

Pop on Paper – Von Warhol bis Lichtenstein
Kulturforum
12. Mai –  16. August 2020 | Di – Fr: 10 – 18 Uhr | Sa – So 11 – 18 Uhr 8 € / 4 €
Keine Ahnung von Pop Art? Na dann ab ins Berliner Kupferstichkabinett. Dieses zeigt noch bis zum 16.8 in ihrer Ausstellung Pop on Paper – Von Warhol bis Lichtenstein wie Pop Art einst als zarter Keim in England seinen Anfang nahm und noch heute seine Fühler ausstreckt. Ein Besuch lohnt sich, denn das Kupferstichkabinett präsentiert erstmals seine Pop Art Sammlung – diese gilt europaweit als echter Hingucker.

Andy Warhol, Campbell’s Soup Cans, in der Ausstellung Pop on Paper im Kupferstichkabinett Berlin (Foto: Lilia Becker)

World Press Photo 20
Willi-Brandt-Haus
4. Juli  16. August 2020 |  Sa – So 10 bis 20 Uhr | Eintritt frei 
„Gerade in der Zeit, in der wir leben, in der es viel Gewalt und viele Konflikte gibt, ist es wichtig, dass wir ein Bild haben, das die Menschen inspiriert. Wir sehen diesen jungen Menschen, der nicht schießt, der keinen Stein wirft, sondern ein Gedicht rezitiert. Das ist Anerkennung, aber auch ein Gefühl der Hoffnung.“ Lekgetho Makola, Vorsitzender der Jury des Fotowettbewerbs 2020.
Der jährliche WORLD PRESS PHOTO Award ist der weltweit größte und renommierteste Wettbewerb für Pressefotografie. Die Mission der World Press Photo Foundation ist seit 1955 „hohe professionelle Standards im Fotojournalismus aufrechtzuerhalten und für einen freien und uneingeschränkten Informationsaustausch einzutreten“. Insgesamt beteiligten sich mehr als 4.282 Fotografen aus 125 Ländern mit über 73.996 Fotos an dem Wettbewerb.

ALEXANDER POLIČEK – MAKE YOURSELF, HARD TO KILL
Galerie Bernau
8. August 25. September 2020|  Di – Fr 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 16 Uhr| Eintritt frei 
Auf dem Weg Richtung Brandenburger Seen lohnt sich der Halt in Bernau bei Berlin.  Alexander Poliček hat sie kurzerhand in eine fiktive Prepper-Unterkunft umgewandelt. Ein Prepper, abgeleitet von  to be prepared  ‚bereit sein‘, bezeichnet Personen, die sich mittels individueller Maßnahmen auf jedwede Art von Katastrophe vorbereiten. Recht passend also zur aktuellen Zeit. Was lässt Menschen zu Preppern werden? Wie sich Poliček u.a. mit dieser Frage auseinandersetzt, sieht man am besten selbst in Bernau.

Alexander Poliček, earth, 2020. Make yourself, hard to kill. Galerie Bernau, Die Kunst des Friedens

Poröse Stadt – Grenzgänge des Urbanen
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
28. August – 25. September 2020 | So – Mi: 10 – 20 Uhr | Do – Sa: 10 – 22 Uhr | Eintritt frei 
Die Ausstellung Poröse Stadt — Grenzgänge des Urbaneneröffnet wirft einen Blick auf das Bewohnen von Stadt. Wir und die Art wie wir wohen bildet ein Beziehungsgeflecht, das immer wieder neu verhandelt werden muss. Präker, porös, solidarisch, dominiert, solide – wie wohnen wir? Was bedeutet ‘Recht auf Stadt’ und wie setzt man sich mit dem öffentlichen Raum auseinander? Neben aktuellen Bezügen werden auch Blicke in die Vergangenheit geworfen: Von der “kritischen Auseinandersetzung mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) der 80er Jahre und den Strategien von Migrant*innen im Kampf um lebenswertes Wohnen in Kreuzberg bis hin zur kreativen Selbstorganisation von Mieter*innen im Märkischen Viertel der 70er Jahre”.

Ortstermin – this far and no further
Kunstfestival in Moabit und im Hansaviertel 
28. August –  30. August 2020 | Eintritt frei
Ortstermin ist ein Festival der Bildenden Kunst in Moabit. Die im Stadtteil ansässigen Künstler*innen öffnen ihre Ateliers und /oder organisieren Ausstellungen, Projekte, Veranstaltungen und Rundgänge. 2020 steht Ortstermin mit dem Thema „bis hierher und nicht weiter“ ganz im Zeichen von Reflektion, Innehalten, und gesellschaftspolitischen und künstlerischen Positionierungen zu aktuellen Fragen der Zeit. Welchen Stellenwert haben Kunst und Meinungsfreiheit heute für unsere Gesellschaft? Welche künstlerischen Zeichen setzen sie Medieneffekten, Panikmache und Bagatellisierung, aber auch nationalistischer Zündelei und Ausgrenzung entgegen, die in Zeiten „allgemeiner Verunsicherung“ Hochkonjunktur haben?

Kunstwoche Kommunale Galerien
28. August – 6. September 2020 | Eintritt frei
Das Programm ist zwar noch nicht angekündigt, wir wollen trotzdem, dass ihr euch die Woche in eure Kalender schreibt! Wie jedes Jahr findet die Kunstwoche der Komunalen Galerien statt. Freut euch auf Ausstellungen, Rundgänge, Artist Talks, Lesungen und Konzerte von 170 Künstler*innen und anderen Kulturschaffenden in 31 teilnehmenden kommunalen Galerien. Ein Highlight werden sicher die KGB-Fahrradtouren am 30. August 2020.

God Is An Asphyxiating Black Sauce  
Klosterruine
20. Juli – 03. August 2020| täglich 10 – 18 Uhr | Eintritt frei

Die Ausstellung „God is an Asphyxiating Black Sauce“ (Gott ist eine würgende schwarze Soße) in der Klosterruine, lädt zu einem besonderen Hörerlebnis ein. Die Künstlerin, Musikerin, Astrologin und Autorin Johanna Hedva hat eine Klanginstallation gestaltet, in der neue ortsbezogene und bisher unveröffentlichte Texte und Musikstücke miteinander kombiniert werden. Die Installation setzt sich poetisch mit dem Verhältnis von Körper und Spiritualität, von Nichts und Existenz auseinander. Persönliche Erinnerungen und die Erfahrung von Weiblichkeit ziehen sich thematisch durch die Arbeit. Teile der Ausstellung können über die Website abgerufen werden.

Tipp: Schau euch doch mal das Programm des Arte Sommer Kinos am Kulturforum an. Geht ganz prima im Anschluss an den Besuch im Kupferstichkabinett.

Aufbau des Freiluftkinos im Kulturforum (Foto: Lilia Becker)


Titelbild: World Press Photo of the Year Yasuyoshi Chiba, Japan, Agence France-Presse

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